Session des Grossen Landeskirchenrates der Röm.-Kath. Landeskirche Uri

01. Dezember 2021

Der Grosse Landeskirchenrat der Röm.-Kath. Landeskirche Uri versammelte sich am Mittwoch, 24. November 2021, zur ordentlichen Herbstsession, erstmals unter der Leitung der im Juni gewählten Präsidentin Heidi Jauch.

Auf der Traktandenliste standen insbesondere das Budget der Landeskirche Uri für das Jahr 2022 und ein Darlehen aus dem Diözesanfonds an die katholische Kirche des Kantons Neuenburg.

Das Budget 2022 rechnet mit einem Aufwand von rund 1,304 Millionen Franken. Der grösste Teil, nämlich rund 478‘000 Franken, macht der innerkantonale Finanzausgleich aus. Weitere Mittel werden für die Jugendseelsorge (126'500) und die Katechese (246'500) verwendet. Die Einnahmen von rund 1,294 Millionen Franken setzten sich mehrheitlich aus pro Kopf Beiträgen der einzelnen Kirchgemeinden zusammen. Das Budget rechnet mit einem Ausgabenüberschuss von 9‘893 Franken. Trotz sinkender Katholikenzahlen und teils steigender Ausgaben für schweizweite Tätigkeiten der katholischen Kirche kann ein Budget vorgelegt werden, das keine Erhöhung der Pro-Kopf-Beiträge der Kirchgemeinden vorsieht. Der kleine Ausgabenüberschuss kann durch Abbau des Eigenkapitals kompensiert werden.

Der Kleine Landeskirchenrat hat zwei Verordnungen vorbereitet, die im nächsten Jahr im Grossen Landeskirchenrat behandelt werden sollen: Die Verordnung über die Umsetzung des «Schutzkonzepts für die seelische, geistige und körperliche Unversehrtheit der Menschen im Bereich des Bistums Chur» sowie die Verordnung über die Anstellungs- und Besoldungsrichtlinien. Beides sind umfangreiche Projekte – zur Behandlung im Grossen Landeskirchenrat wurden daher an der Sitzung am 24. November je eine Kommission gewählt, die die Entscheidung im Grossen Landeskirchenrat vorbereitet.

Die röm.-kath. Landeskirche Uri verwaltet treuhänderisch für das Bistum Chur den sogenannten «Diözesanfonds» im Umfang von derzeit rund CHF 150’000. Dieser stammt aus Kapital des ehemaligen Bistums Konstanz, dem Uri ohne Ursern bis zu dessen Auflösung vor 200 Jahren angehörte. Der Fonds wird bewahrt bis zu einer definitiven Einverleibung des unteren Kantonsteils an ein neues Bistum. Dieser wird kirchlich nur durch das Bistum Chur verwaltet, ist aber nicht definitiver Teil des Bistums Chur. Der Diözesanfonds wird daher abgesehen von einer kleinen jährlichen Abgabe an das Bistum Chur verwaltet und wird nicht für andere Zwecke verwendet. In Absprache mit Bischof Joseph Maria Bonnemain von Chur, wird nun mit einem Drittel dieses Kapitals ein Darlehen an die katholische Kirche des Kantons Neuenburg gewährt.

Alle Anträge wurden einstimmig angenommen.

Der Kleine Landeskirchenrat

Landratssaal, Rathaus Altdorf